Wurzeln schlagen – und in den Himmel wachsen

Nein, ich bin nicht im Garten beim Beobachten von blühenden Rosen, zerbrechlich wirkenden Mohnblumen, Duft verströmendem Lavendel und den fast in den Himmel ragenden Bäumen. Ich bin am Gedankendrehen und Vergleiche finden zum Verhalten von uns Menschen. Ich behaupte ja, dass wir auf alle Fragen in der Natur eine Antwort finden. Ja, auch die Pflanzen haben einen unsichtbaren sehr wichtigen Teil, ein Unterbewusstsein, wie wir Menschen, nämlich die Wurzeln.

Die in der Tiefe vergrabenen Wurzeln sind die Hüterinnen der Seele, in der alles gespeichert ist und gepflegt werden muss, um nach Aussen oder nach oben, fast in den Himmel wachsen zu können.

Pflanzen, sowie wir Menschen, haben einzigartige Wurzeln, die unvergleichlich sind. Es sind die tiefen Erlebnisse, Freuden, Prägungen, Verletzungen, Weisheiten, die uns mit unseren ureigenen Gefühlen ausmachen. Wer diesen, unbewussten Teil in uns verstehen will, muss oft tief graben, muss fragen, lachen und weinen, ihn regelrecht ausgraben und dann in die Hand nehmen, – anschauen bis es oft auch schmerzt – und dann die Hand wieder öffnen, um weiter zu wachsen.

Es gilt mit Mut, Wachstumsfreude, ritterlicher Tapferkeit sowie allen Unannehmlichkeiten, gefrässigen Parasiten, bissigen Winden und Hudelwetter zu trotzen, um dem Himmel entgehen zu wachsen und anschliessend mit Blüten und Früchten die gewünschte Aufmerksamkeit zu erhalten.

Es fühlt sich oft einfacher an, den bewussten, sichtbaren Teil in uns zu pflegen, ohne sich dem zu stellen, was da noch so alles an den Wurzeln nagt oder schon halb verfault ist. Dort wo Leid und Schmerz in uns verdrängt wird, ist auch unsere Urkraft. Solange wir die tief verwurzelten Gefühle in uns nicht kennen, wahrnehmen und entsprechend bejahen, sogar vor ihnen davon laufen, werden wir auch nicht wirklich dem Himmel entgegen wachsen,  damit wir den Erfolg als Wachstumselixier erfahren.

Es liegt also grundsätzlich immer sowohl am unsichtbaren Teil,  den Wurzeln, wie auch an unserem Tun, dem Verhalten, oder der Aufgabe die gleiche Aufmerksamkeit zu geben.

Das sind Gesetzmässigkeiten, die im Yin und Yang so einfach erklärt werden können.

Die unsichtbaren Wurzeln, die Gefühle, Erfahrungen und Prägungen entsprechen dem tiefen Yin und der sichtbare Teil, der Erfolg, die Aufgabe, und die Ziele entsprechen dem Yang. Die Kraft der Wandlung liegt also darin, sowohl nach unten wie nach oben zu wachsen.

Wir sind gefordert, immer wieder die Wurzeln, das Yin, zu erkunden indem wir uns die Frage stellen:

– Wo sind Blockaden, Trauer, Ängste, Sorgen und Ohnmachstgefühle, die uns ausbremsen?

Und dann zum sichtbaren Teil, dem Yang, die Frage zu stellen:

– Was brauche ich wirklich, oder muss ich unternehmen oder anpacken, um mich und andere zu begeistern.

Dann von Zeit zu Zeit sich ganz bewusst werden:

– Welche persönlichen Erfolge habe ich gemeistert oder sind jetzt schon spürbar, um zu feiern oder machen mich ganz einfach glücklich?

Tatsache ist doch:

Selbst die grössten Bäume wachsen nicht in den Himmel und die schönsten Blumen verblühen. Sofern sie aber neu und sorgfältig gepflanzt, gehegt und gepflegt werden, erfreuen sie weiter viele Herzen.

Der einzige Unterschied von uns Menschem zu den Pflanzen ist; – Pflanzen sind grundsätzlich fest an einem Standort verwurzelt, holen sich durch ihre Wurzeln was sie brauchen. Wir Menschen haben die Möglichkeit unseren Standpunkt immer wieder neu zu wählen.-

Das mag oberflächlich gesehen ein Vorteil, ja sogar romantisch und abenteuerlich sein, kann sich aber auch nachteilig auswirken. Immer dann, wenn wir vor unseren Gefühlen davon laufen und unser Heil zu stark oder zu schnell auf das Aussen fokussieren, statt gleichermassen auf die Gefühle zu achten und das Herz an erste Stelle setzen.

Ich sehe es so, wenn ich eine Pflanze immer wieder ausgrabe und neu platziere braucht sie wieder eine lange Anpassungsphase, um die entstandenen Verletzungen der Wurzeln zu heilen um wieder gestärkt zu wachsen. Wenn wir also unseren Herausforderungen aus dem Weg gehen, wird es immer schwieriger gesund und erfolgreich nach oben zu wachsen.

Das Ziel ist es also mit Achtsamkeit zu wählen und zu entscheiden, nach unten und nach oben zu wachen, um Liebe und Glücklichsein zu erfahren.

So stellt sich nicht die viel zitierte Frage: „was will ich“.

Richtiger wäre die Frage: „was brauche ich“ und welche Ressourcen habe ich bereits zur Verfügung.

Nach meiner Erfahrung haben die meisten Menschen eine riesige Menge an gelerntem Wissen und eigenen Erfahrungen, die verwendet werden können, um fundiert die Herzenswünsche umzusetzen.

Falls du gerade Wurzelpflege oder fachmännische Anregungen für deine Herzensaufgabe brauchst, stelle ich mich gerne als Gärtnerin zur Verfügung.

Termine können über katharina@belika.ch angefragt werden

Mit bäumigen Grüssen

Katharina

geschrieben am 26. Juli 2019

2 Kommentare zu “Wurzeln schlagen – und in den Himmel wachsen”

  1. Dora
    30. Juli 2019 um 12:30 pm

    Liebe Käthy,

    danke für den Newsletter, der mich gerade inspiriert zu neuen Gedanken, zu neuen Gefühlen.
    In meiner Phase, wo so vieles sich am verändern ist, finde ich durch dein Schreiben die ganze Fülle von spannenden Ressourcen, die ein Wandel selbst immer in sich hat. Und das schöne daran ist, dass somit jede Veränderung zu einer spannenden, kraftvollen Abenteuerreise wird, die mit einer erfrischenden Neugier begleitet ist, eine Neugier die Freude in diesen ganzen Prozess bringt und ihn zum erblühen bringt.
    Ja, wo es Fragen gibt, gibt es Antworten und das erst noch alles in uns drin. Wunderbar!

    Vielen Dank und liebe Grüsse

    Dora

  2. katharina
    30. Juli 2019 um 4:18 pm

    Liebe Dora
    Danke Dir von Herzen für die liebevollen Worte. Ich freue mich ja so immer wieder mit Dir über die neuen Abenteuer zu reden.
    Alles Liebe
    Katharina