Sehn-Sucht nach Normalität
Tatsächlich, dieser Sommeri scheint nicht der Normalität zu entsprechen. Es ist zu heiss, zu trocken, zu feurig. Die Pflanzen ziehen schon jetzt ihre noch verfügbare Kraft in die Wurzeln zurück. Sie erleben gerade ein tatsächliches Burnout. Ja, die grossen Waldbrände sind auch schrecklich. Betroffene Menschen erleiden ein unersetzbarer schmerzlicher Verlust. Tiere und Pflanzen sind schmerzvoll zu Staub und Asche verbrannt. Was bleibt ist die Sehnsucht.
Auch auf unseren Felden und Weiden wächst weniger. Sie produzieren nicht mehr die gewohnte Über-Fülle. Wir Menschen versuchen alle möglichen Erklärungen zu finden, warum es gerade so ist. Die Wissenschaft soll es uns erklären. Aktuell leben wir in einer Zeit, in der wir hauptsächlich auf die Wissenschaft vertrauen. Wenn man etwas weder messen noch beweisen kann, glauben wir es nicht. Wenn es ausserhalb des Durchschnitts ist, muss es korrigiert werden.
Dabei möchten wir doch das Spezielle!
Es scheint mir schon etwas widersprüchlich, jetzt wo wir hier in der Schweiz ein ab-normales Sommerklima erleben, jammern wir über die Wärme, die wir in den vergangenen Sommern in südlichen, heissen Regionen gesucht haben, und teilweise jetzt noch suchen, wenn man sie Reisetätigkeit verfolgt. Vielleicht ist das die menschliche Sehn-Sucht?
Oft habe auch ich die südlichste Region Italiens besucht und dort gesehen, wie schnell sich die Natur der jeweiligen Situationen anpasst. Wie schnell sich die Pflanzen einer herausfordernden Situation anpassen. Das ist immer wieder erstaunlich!
Wir haben verlernt die Natur als Botschafter für uns zum Vorbild zu nehmen. Stressige, feurige, hitzige Zeiten sind eigentlich perfekt, um sich etwas Ruhe zu gönnen, sich zurückzuziehen und die Kräfte zu schonen. Solange wir jedoch ganzjährig die Hektik mitmachen, ist es logisch ausgebrannt zu werden, bis hin zur totalen Erschöpfung der Lebenskraft. Das ist ein Naturgesetz!
Ich möchte mit meinen Zeilen nur etwas zum Nachdenken anregen. Vielleicht ist es an der Zeit, uns wieder mehr mit der Natur zu leben und das tun, was die Zeit gerade von uns verlangt. So lernen wir wieder im hier und jetzt zu leben, uns Situationen anzupassen, die wir nicht im Moment verändern können. Es bringt nichts über die Hitze zu jammern uns zu glauben, dass damit sich etwas verändert. Ich bin sicher, dass Veränderung ein unaufhaltsames Phänomen ist. Ich bin auch sicher, dass die Natur sich der Veränderung schneller anpasst als wir Menschen.
Mein Vorschlag ist: Suche die Wunder und die Kräfte der Pflanzen zu ergründen, zu erspüren und dadurch in Optimismus zu leben. Nach Jeder Hitze folgt die Kühle, nach jeder Trockenheit die Nässe. Das ist das Yin und Yang, das die Wissenschaft nicht umdrehen kann, selbst wenn sie es möchten.
Das wars für heute, bis zum nächsten Mal in Naturverbundenheit
Katharina