Die Angst zu scheitern
Aus Angst zu scheitern schieben wir oft Entscheidungen vor uns her, bis es buchstäblich schmerzhaft wird. Wir halten schmerzliche Situationen aus, um einem bestimmten «normalen» Bild zu entsprechen. Wir haben nicht den Mut unsere Herzimpulse ernst zu nehmen, verschweige denn, ihnen spontan zu folgen. Zweifel-Gedanken drängen sich immer wieder an die Oberfläche.
Manchmal denke ich gottlob bin ich nun so alt. Ich muss mich nicht mehr in allen Dingen der Gesellschaft anpassen.
Ja, ich versuche immer mehr die Gesetzmässigkeiten der Natur zum Vorbild zu nehmen. Dort passen auch Pflanzenwesen in die Umgebung, wenn sie sich anders als «normal» entwickeln. Gerade sie ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, ohne bewertet zu werden.
Jede Pflanze kennt sein Ziel. Sie kennt ihre Aufgabe und weiss, wie sie uns Menschen dienen kann. Pflanzen kennen die Angst zu scheitern wahrscheinlich nicht, weil sie nicht denken. Sie tun was wichtig ist und das auch noch zum rechten Zeitpunkt.
Ein Apfelbaum weiss, dass es seine Aufgabe ist, Äpfel zu produzieren, egal ob die Umstände optimal oder herausfordern sind. Er hat den Mut sich nach jedem noch so heftigem Sturm aufzurichten, jeden Frühling aus dem tiefen Winterschlaf aufzuwachen, Knospen und Blüten zu entwickeln und uns im Herbst wieder mit den süssen Früchten zu verwöhnen.
Für uns Menschen geht es darum, den Sinn des Lebens zu finden und danach zu leben. Dafür spielt das Alter, der Status oder der Doktortitel keine Rolle. Es geht darum, dem Leben Erfüllung und Zufriedenheit zu geben. Wir alle haben eine Aufgabe, genauso wie der Apfelbaum.
Um unsere Aufgabe herauszufinden, zu erfahren was uns glücklich macht, gibt es in Japan ein längst erprobtes Konzept, das sich IKIGAI nennt und hundertprozentig mit den Gesetzmässigkeiten vereinbar ist.
Es basiert auf die wichtigsten vier Fragen:
1. Was liebe ich? (Begeisterung)
2. Worin bin ich gut? (Talent)
3. Was braucht die Welt? (Bedarf)
4. Wofür werde ich bezahlt oder belohnt? (Wert)
Um das auf den Apfelbaum zu projizieren, würde das etwa so heissen:
• Er ist begeistert, zu wachsen und gross zu werden, er strahlt seine Begeisterung durch sein Sein aus und zieht die Aufmerksamkeit auf sich.
• Er hat ein Riesentalent, aus dem Boden die Nährstoffe aufzunehmen, Sonne zu tanken, und rechtzeitig zu blühen und seine Früchte reifen zu lassen..
• Wir Menschen brauchen die süsssauren Früchte, Vitamine und Ballaststoffe für unsere Gesundheiterhaltung und Wohlbefinden.
• Er wird dafür bezahlt, dass man ihm Beachtung und Wertschätzung schenkt, indem er uns mit mit wertvollen Äpfeln verwöhnt.
Also ganz einfach, oder?
1. Weisst du was dich begeistert? Was hat dich vielleicht schon als Kind so begeisterte, dass du die Zeit vergessen hast? Was möchtest du am liebsten?
2. Was sind deine persönlichen Talente? Worin bist du gut? Was hast du gelernt oder bist durch Erfahrung talentiert geworden?
3. Was braucht die Welt oder deine Umgebung von dir, um sie besser, liebevoller, fröhlicher oder ganz einfach lebenswerter zu machen.
4. Wofür wirst du bezahlt, belohn oder bereichert? Wofür bekommst du Komplimente und Wertschätzung?
Nun sei ganz ehrlich mit dir – lebst du dein IKIGAI?
Das Finden deines IKIGAI kann ein herausfordernder und kontinuierlicher Prozess sein. Es geht einzig darum, eine Balance zu finden zwischen dem, was du liebst, worin du gut bist, was die Welt braucht und wofür du bezahlt werden kannst.
Ich bin überzeugt, wenn du wirklich dein IKIGAI gefunden hast, und in dein Lebensalltag integriert hast, wird die Angst zu scheitern sich verflüchtigen.
Unklare Fragen, Zweifel und Angst zu scheitern vernebeln den Weg zum Sinn des Lebens.
Wenn du magst, erstellen wir gemeinsam dein personalisiertes IkIKIGAI. Ich begleite ich dich gerne dabei.
Katharina