Zeit heilt Wunden

Jeder von uns hat diesen oder ähnliche Sprüche wie „es braucht jetzt Zeit“ schon gehört. Meistens machen wir uns aber über solche Phrasen wenig Gedanken und sie sind auch nicht in jedem Fall richtig. Falsch sind sie, wenn es darum geht Probleme hinauszuschieben um sie versanden oder gar überwuchern zu lassen.

Irgendwann werden sie wieder sichtbar und meistens sind sie dann nicht kleiner.

Die einfachsten Lösungen oder Erklärungen finden wir wieder in der Natur. Wenn zum Beispiel Schädlinge eine Pflanze befallen haben, ist es höchste Zeit das Problem zu behandeln. Viele Pflanzen oder Tiere senden ihre Duftstoffe und Signale aus um andere vor verletzenden Angriffen zu schützen. Wenn ein Baumstamm stark verletzt wurde sollte er unmittelbar gepflegt werden sonst wird er geschwächt oder „verblutet“ sogar. Wie man auf folgendem Bild erkennen kann, wachsen unbehandelte Narben weiter.

Das Gleiche geschieht wenn wir Menschen Probleme oder Verletzungen auf die lange Bank schieben. Es bleiben Störfelder und Energieräuber. Diese wandeln sich in schleichende Prozesse, wachsen still und leise im Hintergrund, schlussendlich wird die Sache noch verschlimmert. Die schmerzvollsten und dauerhaftesten Verletzungen sind bei uns meistens psychischer Art, wie kommunikativer Streit, Kritik und Verurteilungen. Hier wird zu oft die Konfrontation gefürchtet in der Annahme es sei alles erledigt, wenn die Zeit darüber wächst. Klar ist, eine Narbe bleibt immer ein Flick und kann nichts ungeschehen machen.

Auf der körperlichen Seite würde wohl niemand nach einer schwerwiegenden Krankendiagnose oder einem Unfall einfach zuwarten und nichts tun wollen.

Erst wenn alles Menschenmögliche zum Behandlungsprozess getan wurde, kann die Zeit heilsam sein. Oft braucht es neue Erkenntnisse, Kompromisse, auch die entsprechenden Lehren oder Massnahmen. In jedem Fall ist klare Kommunikation, Verständnis und Empathie ein passender Schlüssel. Klare herzdominierte Kommunikation ist unumgänglich für ein fried- und freudvolles Zusammenleben.

Fazit: Nichts auf die zulange Bank schieben sondern liebevoll angehen. So kann zwar nichts ungeschehen gemacht aber geheilt oder gelöst werden. Lernen wir doch einfach von der Natur, sie hat für jede Situation eine passende Lösung.

Mit bäumigen Grüsse

Katharina

geschrieben am 28. Oktober 2019

1 Kommentar zu “Zeit heilt Wunden”

  1. Dora
    2. November 2019 um 12:45 pm

    Liebe Käthy,

    deine Newsletter lese ich immer sehr gerne, bestätigen sie doch oft meine Einstellung, die ich im Verlaufe meines Lebens in Beziehungen, in Partnerschaften und in meiner langjährigen Arbeit mit mir selber und mit kranken Menschen lernen durfte. Sie geben mir jeweils Anlass, mein Leben und meine Geschichten immer wieder erneut zu reflektieren. Dabei meine ich nicht Selbstzerfleischung, sondern ein nüchterner Blick in den Spiegel, wer bin ich, welche inneren Werte habe ich und für was stehe ich.

    In meinem Leben habe ich erfahren, wie schmerzhaft es ist, Kritik und Verurteilungen einzustecken, im Wissen, dass Verurteilungen immer ein Produkt unseres Verstandes und nie ein Produkt des Herzens sind. Wir sind alle Menschen und mehr oder weniger sind wir alle von diesem Energieräuber betroffen. Die Möglichkeit zur Klärung dieser schwielenden Gebilde lässt uns gesunden und in unserem Herzen stark werden. Das durfte ich glücklicherweise oft in meinem Leben erfahren. Ich finde es immer wieder schade und schmerzhaft, wenn diese Kommunikation auf menschlicher Ebene verweigert wird, sodass eine Verurteilung aufrecht erhalten bleibt, was ja immer ein Projektion des eigenen Verstandes ist und mit dem Gegenüber nichts zu tun hat.

    Liebe Käthy, ich schätze sehr, wie du dieses Thema in deinem Blog naturbezogen beschreibst. Vielen Dank!

    Ich stehe auf erwachsene, menschliche Begegnungen.

    Ich umarme Dich

    Deine Schwester Dora