Ginkgo – Der alte Weise

Der Ginkgo ist nachweislich die älteste Baumart der Welt und hat die Eiszeit und die Saurierzeit überlebt. Er ist ein Zeitzeuge einer sonst ausgestorbenen Pflanzengruppe. Botaniker waren sich lange uneins ob der Ginkgo Laubbaum oder Nadelbaum sei, heute wird er nacktsamigen Palmfarnen und Koniferen zugeordnet.

Der Ginkgo ist also weder Nadel- noch Laubbaum, sondern einfach Ginkgobaum.

Seine Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit ist unvergleichbar, er setzt sich sogar gegen Schädlinge und Umweltgifte durch. Im Osten Asiens wurde er wegen den essbaren Samen als Tempelbaum kultiviert, bevor er von Seefahrern nach Europa gebracht wurde. Der ursprünglich aus Asien stammende Baum ist heute weltweit verbreitet und als Parkbaum beliebt. Nach der Bombardierung von Hiroshima war er der erste Baum, der wieder Blätter trieb, und wird dort «Baum des Lebens» genannt. Wegen seiner Einzigartigkeit wurden ihm auch verschiedene Namen gegeben; wie etwa Glücksbaum, Fächerbaum, Elefantenohrbaum, Entenfussbaum, Talerbaum, Goldfrucht-Baum oder auch Goethe-Baum, nach einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Er soll seiner mehr als zwanzig Jahre jüngeren Geliebten, Marianne von Willemer, als Zeichen der Zuneigung und Freundschaft zwei Ginkgoblätter in einen Brief geschickt haben. Der Brief mit dem Gedicht und den zwei Ginkgoblättern ist heute im Goethe-Museum Düsseldorf zu sehen.

Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe 1815

Brief an seine Geliebte Marianne von Willemer
(1749 – 1832)

Die Wurzeln des Ginkgobaumes sind tief in der Erde verzweigt, sodass er stolze 1000 Jahre und mehr ausharren kann. Die Jungpflanzen bilden tiefe Pfahlwurzeln, erst später wachsen die Seitenwurzeln mit vielen Wurzelhaaren. Die Vermehrung wird als Samen gezogen, erfolgt aber am einfachsten über Stecklinge, sie können aber auch aus den Wurzeln austreiben.

Das harzfreie, weiche Holz des Ginkgobaumes ähnelt dem der Koniferen und würde sich gut für Schnitzerarbeiten eignen; wird aber wenig gebraucht.

In China wird ist das Holz gelegentlich für Tische und Schnitzereien und Kisten verwendet.

Ein unverkennbar Erkennungsmerkmal sind seine Blätter, die fächerartige Form  ist so einzigartig, dass er keiner anderen Pflanzenart zugeordnet werden kann. Kaum ein Ginkgoblatt gleicht dem anderen, so zum Beispiel: Blätter von jungen Bäumen sind deutlich anders geformt als die von alten Bäumen. Im Herbst faszinieren uns die goldgelb gefärbten Blätter, die dann beim ersten Frost abfallen und wie ein gelber Teppich liegen bleiben. Sie bringen einen leuchtenden Akzent in das neblige Grau, bevor der Baum das Laubkleid fallen lässt.

Die ersten recht unscheinbaren Blüten zeigen sich erst nach 30 bis 40 Jahren, erst dann lassen sich weibliche und männliche Pflanzen unterscheiden. Die orangegelben, kugeligen Samenfrüchte der weiblichen Bäume riechen sehr unangenehm, weshalb lieber männliche Bäume angepflanzt werden. Männliche Bäume dienen hauptsächlich der Zierde, die Scheinfrüchte der weiblichen Bäume können sowohl als Nahrungsmittel, auch zu medizinischen Zwecken genutzt werden.

Meine Erfahrungen mit den Baumessenzen: Für die Ginkgo-Baumessenz verwende ich die Blattknospen. In ihnen ist die ganzheitliche Information des Baumes in hohem Mass gespeichert. Die Ginkgo-Baumessenz hilft uns dabei, sich auf das Leben einzulassen und seinen individuellen Platz einzunehmen.

Die Ginkgo-Baumessenz

Ginkgo in der Ernährung wird der Ginkgo fast nicht gebraucht. Auf dem Markt der Nahrungsergänzung finden wir ihn als Zusatzernährung zur Verbesserung der Durchblutung. In China werden die gerösteten Samen als asiatische Spezialität mit der Bezeichnung „Pa-Ke-Wo“ verwendet.

In der Naturmedizin: Ginkgo-Produkte sind ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Inhaltsstoffe der Ginkgoblätter fördern den Qi- und Blutfluss, öffnen und befreien die Leitbahnen des mittleren Erwärmers, der Leber und des Magens, leiten Wind aus und verbessert den Wassermetabolismus.

In den letzten Jahren wurde Tee aus Ginkgoblättern auch bei uns, vor allem zur Förderung der Durchblutung und Verbesserung der Gehirnfunktionen immer beliebter und oft eingesetzt. Die stimmungsaufhellenden Eigenschaften können bei depressiven Verstimmungen aufheiternd wirken und neue Hoffnung wecken. Ginkgo-Produkte unterstützen geistige Fitness bis ins hohe Alter, sie fördern die Fliessfähigkeit des Blutes bis in die feinsten Blutgefässe.

Ginkgo-Extrakte und Tinkturen aus Blättern, Samen, Wurzeln und Rinden werden gelegentlich für Schönheitspflege- und Antiaging-Produkte in der Naturkosmetik verwendet.

In spiritueller Sicht: In östlichen Kulturen gilt der Ginkgobaum als heiliger Baum, der sogar Wunder bewirken soll. Der Ginkgobaum stellt aufgrund seiner Blätterform das Sinnbild der Freundschaft dar und steht für Fruchtbarkeit, Langlebigkeit, Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit. Er vereint Sanftheit und Robustheit, wie Yin und Yang. Er soll das Zusammenspiel von Herzgefühl und Intellekt mit seiner Blattform beflügeln.

Unter dem Ginkgo sollen in Asien Frauen Fruchtbarkeit und Milch, um ihre Kinder zu stillen erbitten. Bei der Geburt eines Kindes oder dem Einzug in ein neues Haus wird oft ein Ginkgo geschenkt, um dem Glück einen Platz zu bereiten. In seine Rinde werden magische Sprüche geschnitzt, die vor Krankheiten schützen können.

 

Die Blätter waren früher sogar als Zahlungsmittel im Gebrauch und haben eine gewisse Affinität zu Gold und Geld. Im Feng Shui werden sie besonders geschätzt, um den Bereich des Reichtums zu stärken.

So wünsche ich eine bäumige und eine Zeit voller Weisheit

Katharina

geschrieben am 28. Juli 2020

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