Die Mistel – die mystische Schönheit

Die Mistel ist eine wundersame geheimnisvolle Pflanze, die erst in den Wintermonaten, so richtig zur Geltung kommt. Sie wächst auf verschiedenen Bäumen in Kugelform und besticht durch die weissen, wachsähnlichen Beeren. Als Halbschmarotzer saugt sie aus den Bäumen Wasser und Nährstoffe um zu überleben. Sie kann jedoch so sehr wuchern, dass der Baum langsam abstirbt. Also ähnlich wie der Krebs, der als entartete, eigenständige Zelle den menschlichen Körper erschöpft.

Mistel

Schon bei den Kelten, war die Mistel als heilige, magische Pflanze bekannt, die vor Unfruchtbarkeit helfen sollte. Es heisst: Sie wurde mit der goldenen Sichel geerntet und durfte nicht zu Boden fallen, weil sie sonst ihre Wirkung verlieren würde.

Für die Druiden war die Mistel  ein Götter-Kraut, man bereitete daraus einen Zaubertrank der Mut verleihen sollte. Die Druiden glaubten auch, dass Bäume, auf denen die Mistel sich einnistet, vom Himmel gezeichnet sind und besonderes Glück bringen.

Als Räuchermittel soll sie Liebesenergien anziehen, negative Schwingungen vertreiben.

Heute wird sie als Weihnachtsschmuck geliebt und gerne an Haustüren aufgehängt um das Haus vor Schaden zu beschützen.

Weltweit bekannt ist die Wirkung eines Kusses unter dem Mistelzweig:

„Wer sich unter Misteln küsst, soll ein glückliches Liebespaar werden“

In Skandinavien galt die Mistel sogar als Versöhnungspflanze. Feinde sollten sich unter der Mistel küssen und Frieden schliessen.

Vielleicht wäre das heute noch in vielen Fällen ein wirkungsvoller Akt!

In Kanada soll der Kuss unter dem Mistelzweig sogar als Verlobung gelten.

Als Heilmittel hat Hypokrates die Mistel als Arznei eingesetzt gegen Schwindel, Epilepsie und vielen anderen Krankheiten.

In der Anthroposophischen Medizin  ist die Misteltherapie heute weit verbreitet und wird vor allem in der Behandlung von Krebs eingesetzt.

Das ist nur eine kurze Zusammenfassung, von dem was die Mistel so einzigartig macht.

Mich inspiriert die immergrüne Pflanze seit Jahren. Sie lehrt mich genau hinzusehen und Achtsam zu sein, um zu erfahren was tief im Unterbewusstsein schlummert und ans Licht will.

Sie führt uns zu freiheitlichen Gedanken und weg von Beschränkungen und festgeschriebenen Dogmen. Durch ihre einzigartige kugelige Form zieht sie unsere Blicke auf sich. Früher habe ich mich gewundert, wie diese Pflanze es schafft ohne direkte Verbindung zur Erde zu wachsen. Sie ernährt sich buchstäblich durch den Baum, auf dem ein Vogel den klebrigen Samen abgestrichen hat. Der sogenannte Wirts-Baum versorgt den keimenden Samen mit Wasser und Nährstoffen indem sie sich tief in der Baumrinde verwurzelt. – Solange es wenige der kugeligen Mistelbüsche sind, nimmt der Baum auch keinen Schaden, wenn sie aber zu wuchern beginnen werden beide sterben.

So sind die Gesetzmässigkeiten, wenn wir auf Kosten von anderen leben werden schlussendlich beide verlieren. Für mich ist die Mistel somit ein Wink dass alles in einem bestimmten Mass heilsam ist, Übermass aber immer schädlich. Sie zeigt mir, dass zu grosse Abhängikeit sogar bedrohlich werden kann.

Es erstaunt mich wenig, dass sie gerade in dunklen Jahreszeit besonders beliebt ist. Das dunkle Grün und die weissen Beeren stehen symbolisch für das Lichte und das Dunkle.

Ich habe mir viel Zeit genommen sie zu studieren und die Gedanken auf meinen Baumkarten zu veröffentlichen. Vielleicht hat diese geheimnisvolle, mystische Pflanze ja auch eine Botschaft für dich.

Ich habe gerade heute meine Baumkarte mit der Mistel gezogen, die mich ermutigt, selbstverantwortlich meine Abhängigkeiten zu überdenken.

Mit bäumigen Grüssen

Katharina

geschrieben am 28. Februar 2018

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