Die grundlegenste Frage!

Ich treffe in letzter Zeit viele Menschen, die auf der Suche sind und sich mit ihren Zielen oder Aufgaben schwer tun. Einige sind sogar daran, frustriert den eingeschlagenen Weg zu verlassen. Die Gründe ähneln sich sehr oft, es mangelt an materieller und beruflicher Sicherheit. Dieses Grundbedürfnis blockiert das Handeln und ist zudem ein extremer Energieräuber. Kreativität, Motivation und Lust bleiben auf der Strecke, das Gedankenkarussell kennt nur eine Richtung.

Der häufigste Ratschlag den sie dann von vielen Coaches erhalten ist: „Finde heraus was du willst“! Viele wissen sogar was sie wollen und kommen trotzdem nicht vom Fleck. Schnell höre ich dann die vielen, oft sogar berechtigten Worte: aber…aber… aber…

Viele wunderschöne Visionen werden nach kurzer Zeit begraben und das Resultat heisst dann: „Bei mir klappt es ja doch nicht“. Das Selbstwertgefühl wandert in den Keller. Dabei wurde nur mit der falschen Frage gestartet.

Meine persönliche Erfahrung zeigte mir deutlich, wie verzweigt und manchmal auch steinig so ein Lebensweg werden kann, wie viele Umwege und Kurven oft nötig sind. Ja, manchmal die Richtung, die ich einschlagen wollte, komplett gesperrt war. Aus Angst, enttäuscht zu werden, hatte ich auch unzählige Male mein sonst feuriger Enthusiasmus etwas verloren. Das ist aber gar nicht in meinem Sinn, denn eigentlich möchte ich doch immer etwas bewegen, das Abwarten ist absolut nicht meine Stärke.

Irgendwann, vor einigen Jahren, bin ich auf Theorie von Abraham Harold Maslow und seiner Bedürfnispyramide gestossen, die mir die Augen öffnete.

Meine Maslowpyramide

Dadurch wurde mir klar, dass die erste und wichtigste Frage ist:

„Was brauche ich denn wirklich?“

Sind meine ersten beiden Bedürfnisstufen erfüllt?“

„Worauf kann ich verzichten ohne die Grundlage zu verlieren?“

„Was muss ich regeln oder unternehmen, um meine Grund- und Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen?“

Wenn die grundlegendsten Fragen nicht gestellt und beantwortet wurden, hatte der Frust ein leichtes Spiel.

Sich darüber bewusst zu werden, dass zuerst die Grundbedürfnisse und das Sicherheitsbedürfnis genährt werden müssen, ist die Voraussetzung, um dann frei und gelassen an Visionen und Träume heranzutreten. Das Leben besteht schliesslich nicht allein aus Träumen. Die grossen Flüchtlingsströme sind der beste Beweis dafür. Diese Menschen suchen in erster Linie Nahrung, Schutz und Sicherheit. Die Grundbedürfnisse bilden die Eigentliche Grundlage, die Wurzel um dann zügig und doch mit einer gewissen Gelassenheit Träume zu verwirklichen. Sich selbst zu verwirklichen, steht demzufolge zu recht oben auf der Bedürfnispyramide.

Ein Baum kann ja schliesslich auch keine Früchte tragen wenn die gesunde Wurzel fehlt.

Es wird ein sorgenvoller Weg, die Ziele und Visionen zu verwirklichen, wenn man nicht weiss, wie man Essen und monatliche Miete bezahlen kann. In diesen Situationen läuft das Kopfkarussell heiss und raubt viel wertvolle Energie. Gerade diese Kraft könnte über den persönlichen Erfolg bei der Verwirklichung der Visionen entscheidend sein.

In einer Zeit, in der ich selber im Mangel meiner Grundbedürfnisse war, habe ich mir täglich, nicht monatlich oder wenn es gerade passt, 10% meines Tageseinkommens in ein Gefäss gelegt, bis zu einem Betrag, dass ich damit 3 Monate ohne ein Einkommen leben konnte. Diese Reserve habe ich bis heute beibehalten. Das verleiht mir mehr Leichtigkeit und Schwung um mir die weiteren Fragen stressfrei stellen zu können,wie zum Beispiel:

„Was will ich?“

Welche Visionen werde ich in Ziele verwandeln und möglichst erfolgreich umsetzen?“

Welche Voraussetzungen muss ich mir noch erarbeiten?

Es ist wie bei der Lehre von Yin und Yang, wenn Yin (die Materie, die Substanz) fehlt, kann Yang (der Lebenssinn, die Visionen) nicht harmonisch gelebt werden.

Schaffen wir Klarheit über die einzelnen Bedürfnisstufen, so wird das Erreichen von Fernzielen spielerischer. Ich würde trotzdem nicht behaupten, dass dann immer einfach ist, aber bestimmt viel stressärmer.

In diesem Sinn wünsche ich eine starke Wurzel, ein starkes Yin um das Yang, der Lebenssinn, erstrahlen zu lassen.

Falls der erste Schritt schwer fällt, darfst du gerne meine Hilfe anfordern und den machbaren Weg zu erarbeiten.

Katharina Hospenthal

Mail: katharina@belika.ch

geschrieben am 5. August 2016
Kategorie: Uncategorized

5 Kommentare zu “Die grundlegenste Frage!”

  1. Andrea Grau-Nüssli
    5. August 2016 um 7:43 pm

    Liebe Katharina, herzlichen Dank für deine leicht verständlichen Worte. Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen und stimme ihnen vollständig zu.
    Alles Liebe
    Andrea

  2. Karin Kuster
    9. August 2016 um 11:17 am

    Liebe Katharina , eigentlich müsste man ja keine Existenzängste haben in der Schweiz und doch wurde ich so erzogen und das abzulegen ist wirklich schwierig .Danke dir vielmal für die eindrücklichen Worte und das du mir wieder einmal einen Impuls gibst.Ich wünsche euch alen ganz liebe Grüsse Karin

  3. katharina
    9. August 2016 um 1:00 pm

    Liebe Karin
    Ganz herzlichen Dank für Deine lieben Worte.
    Ich denke es ist nicht allein die Erziehung, dass wir ein Sicherheitsbedürfnis haben. Es ist eines der ersten Bedürfnisse, das entsteht, nach der Geburt. Sonst hätten diese Bedürfnisse die Menschen nicht, die anders erzogen wurden. Ich glaube es hat aber auch mit Vertrauen in die eigene Fähigkeit zu tun.

  4. Michela
    10. August 2016 um 8:54 am

    Liebe Katharina
    Danke für deine Anregungen.
    Existenzängste sind extreme Energieräuber. Sie führen oft dazu, dass Menschen nicht das verwirklichen, was sie eigentlich möchten. Manchmal hilft es da, den Blickwinkel zu verändern, wahrzunehmen was ich habe, was ich schon erreicht habe und welche Hürden ich schon gemeistert habe. Nicht zu vergessen, dass ich immer die Wahl habe, dass ich immer wieder von Neuem entscheiden kann. Ich habe mir zum Lebensinhalt gemacht, mein Leben zu leben und nicht bloss davon zu träumen, egal welche Herausforderungen auf mich warten.
    Ich wünsche euch allen Mut zur Veränderung und Freude am Tun.
    Michela Cavigelli

  5. Katharina
    10. August 2016 um 9:04 am

    Danke liebe Michela. Ich kann jedes Wort von Dir nur bestötigen. Es liegt am Tun und nicht bloss am Wollen. Danke für Deine Ergänzungen. Katharina